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Reisebericht Stockholm (September 2005)
         
  Nockebybanan
(Alvik - Nockeby)
 
     
 


Bild 44: Nach der Ankunft in Alvik wartet Stw 604 auf das Vorziehen über die Weichen zur Einstiegsstelle.
 
     
  Am 29.8.1914 wurde mit der Strecke Alvik - Alléparken die erste Teilstrecke der heutigen Linie 12, der Nockebybana, eingeweiht. Damals fuhr dort allerdings die Linie 2B.
Betreiber war am Anfang die Stockholms Norra Spårvägs AB (SNS, gegründet 1877), bis diese 1916 in die neugegründete kommunale AB Stockholms Spårvägar (SS) eingegliedert wurde. Im Laufe der folgenden Jahre wurden alle Straßenbahngesellschaften Stockholms mit den SS verschmolzen. 1920 wurde das Liniennetz umgestaltet und die Linie in 12 umbenannt. Die weitere Strecke bis Nockeby wurde folgendermaßen eröffnet:

1.10.1923 Alléparken - Smedslätten
30.8.1924 Smedslätten - Ålstens gård
1.10.1926 Ålstens gård - Höglandstorget
1.10.1929 Höglandstorget - Nockeby.

Beim Bau der Tunnelbana in den Westen Stockholms wurde die Vorortstraßenbahn von Alvik nach Ulvsunda am 1.6.1950 stillgelegt, da sich ihr Betrieb ohnehin nie gelohnt hatte. Auch die Strecke nach Nockeby war nicht „Tunnelbana-würdig“, aber sie kam vergleichsweise gut davon: Sie wurde nur bis Alvik (Tunnelbana) zurückgezogen und weiterbetrieben.
1966 änderten die SS ihren Namen auf SL (AB Storstockholms Lokaltrafik), da absehbar war, dass das zweite S im alten Namen infolge nahender Stillegung des Stadtstraßenbahnnetzes seine Berechtigung verlöre.
Als eine von drei Straßenbahnlinien überlebte sie sogar den „Tag H“, die Umstellung auf Rechtsverkehr im September 1967.
1975 wurde die Linie 12 in Linie 120 umbenannt, 1989 wurde sie in Linie 12 zurückbenannt.

Auch wenn immer wieder die Stillegung im Raum stand, hat sie sich bis in unsere heute vernünftigere Zeit retten können, in der man erkannt hat, dass man eben nicht alle Verkehrsbedürfnisse sinnvoll durch U-Bahn und Busse abdecken kann. Und so wurde sie ab etwa 1990 umfassend modernisiert.
 
     
 


Bild 45: Am Tw 307 ist die Liniennummer 120 noch zu erahnen.
 
   
 

Sie fährt auch heute noch im Linksverkehr, wenn auch nur ein kleines Stück: Damit Fahrgäste aus dem Stadtzentrum am selben Bahnsteig gegenüber aus der im Linksverkehr betriebenen Tunnelbana in die Nockbybana umsteigen können (bzw. in umgekehrter Richtung auch in Richtung Stadtzentrum), muss die Nockebybana natürlich dort auch links fahren.
Übrigens, Straßenbahnen im Linksverkehr gibt es in Schweden auch noch in Göteborg: Die Schnellstraßenbahn nach Angered im Norden der Stadt wurde im Vorgriff auf einen seinerzeit geplanten Stadtbahnbetrieb zum Teil mit Mittelbahnsteigen ausgerüstet. Da aber nur Einrichtungswagen vorhanden sind, muss ca. auf halber Strecke in den Linksverkehr gewechselt werden.
Nun aber zurück nach Stockholm:

 
     
   
     
  Da der Rest der Strecke irgendwann auf Rechtsverkehr umgestellt wurde, muss irgendwo „die Seite gewechselt“ werden, was an der Haltestelle Alléparken geschieht:  
     
 
 
     
 


Bild 46: Blick von demselben Fotostandpunkt in beide Richtungen: Einmal Rechts– ...
 
     
 


Bild 47: ... und einmal Linksverkehr. Im Vordergrund ist die Kreuzung gut zu erkennen.
Hier findet der Straßenbahnfreund übrigens eine hervorragende Infrastruktur für sein Hobby vor: Dichter Taktverkehr mit teils sehr alten Wagen, eine außergewöhnliche Betriebssituation und eine nur wenige Schritte entfernte, gemütliche Konditorei, in der man sich niederlassen kann, ohne die Bahn aus den Augen zu verlieren.
 
   
 


Bild 48: Steuerwagen 603 am Nockeby torg
 
     
 


Bild 49: Nächtliches Warten auf die Abfahrt in Alvik
 
     
  Eingesetzt werden die gleichen Wagen, wie sie auch auf der Lidingöbana verkehren: Triebwagen A30 und Steuerwagen B30. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50km/h. Die gesamte Strecke ist zweigleisig ohne Wendeschleifen, alle Haltestellen sind Zwangshaltestellen. Wagen und Strecke zeigen sich in sehr gutem Zustand.
Da die Strecke und deren Fahrzeuge nicht mit Indusi und Haltewunschknöpfen, sowie Türöffnungstastern ausgerüstet sind, können die Wagen nicht freizügig mit der Lidingöbana ausgetauscht werden. Vorübergehend war die Lidingöbana bereits weitgehend auf Niederflurwagen A32 umgestellt.
 
     
 


Bild 50: Aktuell wird die Nockebybana zumeist mit Niederflurwagen betrieben: A32 Nr. 405 fährt aus der Haltestelle Höglandstorget in Richtung Alvik aus
 
   
  Aber da auf der Tvärbana tagsüber heute ausschließlich Doppeltraktionen zum Einsatz kommen, müssen die Ängbywagen „mal wieder ran“. Unverwüstlich wie immer sind sechs Steuerwagen und neun Triebwagen im Einsatz, die ausschließlich als Zweiwagenzüge zusammengestellt sind. Dabei läuft Tw 305 sogar noch in seiner alten weiß-blauen Lackierung.  
     
 


Bild 51: Tw 305 mit Stw 601 in der Haltestelle Alléparken
 
     
  Umgekehrt haben aber auch schon A30 auf der Tvärbana ausgeholfen.
Die Wagen sind im Betriebshof Bromma, nahe der Endstelle Alvik gelegen, gemeinsam mit den A32 der Tvärbana untergebracht. Beide Strecken sind durch den Betriebshof und einen kurzen Kehrtunnel verbunden. Normalerweise läuft auf der Nockebybana ein Kurs als Niederflurwagen A32 mit. In der HVZ wird im 6-Minuten-Takt gefahren.
 
     
  Tabelle: Heutiger Wagenpark A30 / B30  
 
  Baujahr Hersteller Anm.
Triebwagen
302, 303 1944 ASJ/ASEA ex SSLidJ 47, 46
304 1944 ASJ/ASEA ex SS 385
305 1944 ASEA ex SS 377
306 1949 ASJ/ASEA ex SSLidJ 10, 1971 ex LiB 10
307 1944 ASJ/ASEA ex SSLidJ 49, 1971 ex LiB 49
308 1945 ASJ/ASEA ex SSLidJ 13
309 1949 ASJ/ASEA ex SSLidJ 11, 1971 ex LiB 11
310 1945 ASJ/ASEA ex SSLidJ 9, 1971 ex LiB 9
Steuerwagen
601 1952 ASJ/ASEA ex SSLidJ 32
602 1944 ASJ/ASEA ex SS 637
603 1952 ASJ/ASEA ex SSLidJ 29II
604 1944 ASJ/ASEA ex SS 635
605 1946 ASJ/ASEA ex SSLidJ 37
606 1944 ASJ/ASEA ex SSLidJ 31
607 1944 ASJ/ASEA ex SS 633
 
     
 


Bild 52: Haltestelle Alléparken, Tw 305 schiebt Stw 601
 
     
  Siehe auch: Kartenmaterial über die Tunnelbana.  
     
   
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