Reisebericht Göteborg
(Juni 2006) |
|
|
|
|
|
|
Tryck
själv upp dörren *
Ein Beitrag von Patrick Hollmann (FSK e.V.) |
|
|
*) Drück' die
Tür von Hand auf, näheres siehe im Text |
|
|
|
|
|
Bild 1: Die Durchfahrt unter der Älvsborgsbron markiert
die Einfahrt in die Stadt Göteborg
|
|
|
|
|
|
Göteborg
und seine Straßenbahn
Göteborg (Sprich: Jöteborj) liegt
an der Mündung des Götaälven in das oft stürmische
Kattegatt. 1621 wurden der Siedlung die Stadtrechte verliehen.
Mit 481.000 Einwohnern ist Göteborg nicht nur Schwedens
zweitgrößte Stadt nach Stockholm, sie ist auch eine
bedeutende Hafen-, Industrie- und Werftenstadt und wichtiger
Verkehrsknoten auch für internationale Verbindungen. Von
hier aus führen Fährlinien u.a. direkt nach Kiel,
Frederikshavn, Kristiansand und nach Newcastle. Auf der Eisenbahn
wird Oslo, die Hauptstadt Norwegens, umsteigefrei erreicht.
Göteborg ist zwar einerseits eine lebendige Großstadt,
andererseits aber auch von gewisser - schwedischer - Gemütlichkeit
geprägt. Stadt und Umgebung bieten viel Grün, aber
auch Fels. Erster Willkommensgruß an alle, die auf dem
Wasser anreisen, ist der Skärgården, eine Ansammlung
größerer und kleiner, teils bewohnter Felseninseln,
die dem Festland vorgelagert sind.
|
|
|
|
|
|
Bild 2: Eine Fahrt durch den Skärgården ist
bei gutem Wetter ein unbedingtes Muss
|
|
|
|
|
|
Erstes verkehrliches Wahrzeichen
der Stadt ist die Durchfahrt unter der etwa 50 Meter hohen Älvsborgsbron,
einer eleganten Straßenhängebrücke aus Stahl
und Beton. Die Schönheit Göteborgs zeigt sich vor
allem nach innen: Eine großenteils altehrwürdige,
liebevoll gepflegte Bebauung, baumbewachsene Alleen und ein
großes Angebot an Parks und Gärten |
|
|
|
|
|
Bild 3: M29 859+855 in Traktion auf Fahrschulfahrt vor
dem Storan, dem Großen Theater, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Und auch für Straßenbahnfreunde
ist viel geboten: Göteborgs Spårvägar betreibt
das größte Straßenbahnnetz in ganz Skandinavien.
Aus irgendwelchen Gründen hat die Straßenbahn hier
den Stillegungswahn der 50er und die Umstellung auf Rechtsverkehr
1967 überlebt. Und das, obwohl Göteborg Sitz des Volvo-Mutterhauses
ist. Nachdem 1879 die erste Straßenbahn, 1902 dann die
erste Elektrische gefahren war, ging es eigentlich fast immer
nur bergauf mit der Straßenbahn. Nur eine größere
Streckenstillegung gilt es zu erwähnen: Die Strecke von
der Eketrägatan nach Bräcke gibt es heute nicht mehr. |
|
|
|
|
|
Bild 4: M29 829 und M28 739 erreichen die Wendeschleife
an der Eketrägatan. Am Schotterbett ist noch gut das
stadtwärts führende ehemalige Gleis von Bräcke
zu erkennen,
19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Der Rest des Netzes wurde kontinuierlich
ausgebaut und erweitert, nur einen sehr kurzen eingleisigen
Abschnitt auf einer Brücke an der Strecke nach Angered
gibt es noch. Und, anders als in den meisten anderen Europäischen
Großstädten, fährt die Straßenbahn mitten
durch das Herz der Stadt, z.B. über die Prachtstraße
Kungsportsavenyen, von den Göteborgern einfach Avenyn genannt,
oder am Brunnsparken, auf den die Straßenbahn aus fünf
Straßen trifft. |
|
|
|
|
|
Bild 5: M31 350 auf der Kungsportsbron, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Netzplan der Straßenbahn in Göteborg, Stand
2006
|
|
|
|
|
|
Bild 6: M29-Traktion auf der Norra Hamngatan, 20.06.2006.
Im Hintergrund der Turm der Tyska Kyrkan, der deutschen Kirche
in Göteborg
|
|
|
|
|
|
Zentraler Umsteigepunkt ist
neben dem Drottningtorget auch die Haltestelle am Brunnsparken. |
|
|
|
|
|
Bild 7: M29 854 und 835 am Brunnsparken, 20.06.20065
|
|
|
|
|
|
Auf dem Drottningtorget vor
dem Hauptbahnhof, der Centralstation, gibt es eine viergleisige
Haltestellenanlage, wo sogar parallel ein- und ausgefahren wird,
zusätzlich eine weitere zweigleisige Haltestelle und zwei
gegenläufige Wendeschleifen, so dass sich der Fahrgast
für einen von acht Straßenbahnsteigen entscheiden
muss. |
|
|
|
|
|
Bild 8: Die Haltestellenanlage vor der Centralstation,
20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 9: M29 843 in der Schleife auf dem Drottningtorget,
im Hintergrund die Centralstation, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Und wenn es ihm (dem Fahrgast,
s.o.) bei all diesen Gleisen und Weichen zuviel geworden ist:
von hier aus erreicht er in gut halbstündiger Fahrt mit
den Linien 11 und 9 den kleinen Hafen Saltholmen, in dem flinke
Linienschiffe die Verbindung zu den Inseln herstellen und wunderschöne
Rundtouren ermöglichen. |
|
|
|
|
|
Bild 10: M31 323 auf dem Weg nach Saltholmen kurz vor Långedrag.
Diese Strecke war ursprünglich eine elektrische Eisenbahn,
deren damals breitere Triebwagen in das Göteborger Straßenbahnnetz
bis zum Järntorget fuhren. Heute ist sie Bestandteil
des Straßenbahnnetzes. 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 11: Ankunft in Saltholmen, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 12: Von der Straßenbahn zum Skärgårdsbåt
ist der Weg nicht weit, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 13: Eines der Skärgårdsbåtar auf
der Fahrt nach Vardö, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Göteborg ist auf Felsen
erbaut. Teilweise treten sie auch mitten in der Stadt offen
zutage. |
|
|
|
|
|
Bild 14: M29 802 + 818 auf der Aschebergsgatan nahe Chalmersplatsen,
19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Gleichzeitig sind im Straßenbahnnetz
sehr große Steigungen zu überwinden.
|
|
|
|
|
|
Bild 15: M28 738 + M29 856 auf rasanter Talfahrt vom Stigbergstorget
hinunter zum Masthuggstorget, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Am Ende einer dieser Steigungen
ereignete sich 1992 ein sehr schweres Straßenbahnunglück:
Eine Traktion aus Sechsachsern war aus der Vasagatan kommend
am Vasaplatsen nach links in die steil ansteigende Aschebergsgatan
abgebogen und in deren Verlauf wegen Ausfalls der Fahrdrahtspannung
liegengeblieben. Bei diesem Wagentyp schaltete sich die Batteriespannung,
die für die gesamte elektronische Steuerung unabdingbar
ist, nach 20 Minuten Stillstand ab, so auch bei diesem Zug.
Ein Verkehrsmeister war zur Stelle und wollte den Zug durch
manuelles Lösen der Federspeicherbremsen freibekommen;
der Fahrer sollte den inzwischen leeren Zug rückwärts
langsam zum Vasaplatsen herabrollen lassen, um dort wieder einen
spannungsführenden Oberleitungsbereich zu erreichen. Es
kam zu einem verhängnisvollen Verständigungsfehler
zwischen Fahrer und Verkehrsmeister, in dessen Folge alle Federspeicher
gelöst wurden, noch bevor man die Batteriespannung wieder
eingeschaltet hatte. So rollten die beiden Wagen sofort rückwärts
die Aschebergsgatan hinunter und waren überhaupt nicht
mehr bremsfähig. Die Weiche am Vasaplatsen lag noch in
Abzweigstellung, genau so, wie der Unglückszug sie bei
der Bergfahrt aufgefahren hatte. Natürlich schaffte
der Zug mit seinem viel zu großen Tempo die enge Kurve
zurück in die Vasagatan nicht, sondern beide Wagen entgleisten
und rutschten weit über den Vasaplatsen mit seiner zu diesem
Zeitpunkt belebten Grünanlage. Zahlreiche Todesopfer und
Verletzte waren zu beklagen. Ein Stein mit einer Gedenktafel
erinnert heute genau in der Grünanlage an diese Katastrophe. |
|
|
|
|
|
Bild 16: Tw 829+739 sind von rechts in die Aschebergsgatan
eingebogen, hinten der Vasaplatsen. 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Große Teile des Göteborger
Straßenbahnnetzes verlaufen auf eigenem Bahnkörper.
Vorreiter war hier die 1978 eröffnete Schnellstraßenbahn
nach Angered, die auf dem äußersten Abschnitt unterirdisch
in den Linksverkehr wechselt und Stationen mit Mittelbahnsteigen
hat. Aber auch in der Stadtmitte gibt es viele Straßenverkehrsunabhängige
Gleisanlagen.
Es ist kaum nötig, zu erwähnen, dass die Göteborger
Straßenbahn kaum an Ampeln halten muss, denn überall
sorgen Vorrangschaltungen für eine flotte Fahrt. Fußgängerüberwege
sind sehr oft optisch wie auch akustisch gesichert.
|
|
|
|
|
|
Bild 17: 715+814 auf der Kungsportsavenyen, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Außenstrecken sind oft
stadtbahnmäßig trassiert. |
|
|
|
|
|
Bild 18: Linie 5 von Länsmansgården nahe Eketrägatan,
19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 19: Linie 11 auf der Fridhemsgatan, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Aber es gibt auch einzelne Streckenabschnitte,
die im normalen Straßenverkehr verlaufen. |
|
|
|
|
|
Bild 20: Tw 328 beim Abbiegen aus der Viktoriagatan in
die Vasagatan, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Hier ist noch echte
Straßenbahn zu finden. |
|
|
|
|
|
Bild 21: Tw 364 in der Vasagatan, 20.06.2006.
Die Linie 13 fuhr hier zum Aufnahmezeitpunkt nur wegen Bauarbeiten,
normalerweise verkehrt hier die Linie 1
|
|
|
|
|
|
Bild 22: Tw 356 biegt aus der Vasagatan in die Kungsportsavenyen
ab. 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Dennoch gibt es so gut wie keine
nennenswerten Behinderungen des Straßenbahnverkehrs. Das
liegt nicht zuletzt auch daran, dass man aus den Straßen,
in denen sie auf der Fahrbahn fährt, den Durchgangsverkehr
ausschließt. Wer auf einer Straße mit Straßenbahn
versucht, ein Stadtviertel zu durchqueren, wird durch Schilder
gezwungen, so abzubiegen, dass er das Viertel in der meistens
eine Straße weiter in derselben Richtung verläßt,
aus der er gekommen ist.
Die Göteborger Straßenbahn verfügt über
mehrere Straßenbahntunnel. Aber auch sonst mussten baulich
große Anstrengungen unternommen werden, um Straße
und Straßenbahn den Weg über Berg und Tal
zu ermöglichen.
|
|
|
|
|
|
Bild 23: Tw715 und 814 am Chalmersplatsen. Hinter dem Zug
der Straßenbahntunnel zum Korsvägen, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 24: Eine M28-Traktion im tiefen Einschnitt der Aschebergsgatan
unter dem Egnahemsvägen, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Göteborgs
Spårvägar, Unternehmen und Tarife
Göteborgs Spårvägar GS ist seit 1989 eine Aktiengesellschaft,
die Verkehrsleistungen anbietet. Västtrafik ist eine Unterabteilung
der Verkehrsbehörden in Göteborg und Umgebung, die
die Leistungen bestellt und vergütet. GS bedient mit 204
Straßenbahnwagen und 403 Bussen den Stadtverkehr. Etwa
2.500 Menschen sind bei GS beschäftigt.
|
|
|
|
|
|
Bild 25: Das Geschäft von GS sind Straßenbahn
und Bus. Drottningtorget, 20.06.2006.
Die Linie 10 befährt diesen Gleisbogen allerdings nur
bei Ein- und Ausrückfahrten
|
|
|
|
|
|
Alle Fahrkarten verfügen
über einen Magnetstreifen. Sie müssen bei jedem Einsteigen,
also auch, wenn man nur umsteigt, in den Entwerter gesteckt
werden. Beim Umsteigen ist am Entwerter die Taste BYTE
(=umsteigen) zu drücken.
Es gibt Einzelfahrausweise (Kontantbiljett), Rabattkarten zu
100,-- SEK und Tageskarten (Dagskort) ab 50,-- SEK (etwa 5,--
€) mit verschiedenen Farben (sie entsprechen Geltungsbereichen,
der kleinste Geltungsbereich ist die gesamte Stadt Göteborg).
Natürlich werden auch Monats- und Jahreskarten angeboten.
Wenn man die Rabattkarte benutzt, muss man bei Fahrtbeginn auf
dem Entwerter die Preisstufe des Fahrtziels eingeben, indem
man einen entsprechend nummerierten Knopf drückt, z.B.
1 für Kinderfahrschein in Göteborg, 2 für Erwachsenenfahrt
innerhalb Göteborgs, 3 für Fahrten aus Göteborg
hinaus z.B. bis nach Mölndal, ...
Der Entwerter bucht den entsprechenden Geldbetrag
von der Rabattkarte ab und druckt auf die Rückseite, wie
viel Guthaben noch jeweils übrig ist. Jede Fahrt gilt für
90 Minuten.
|
|
|
|
|
|
Bild 26: Vorder- und Rückseite der Rött Dagskort
zu 50 Kronen
|
|
|
|
|
|
Das Kontantbiljett verkauft
der Fahrer in Bahn und Bus, die Rabattkort bekommt man in Zeitungsläden
von Pressbyrån und SevenEleven. Die Dagskort verkaufen
die Vorverkaufsstellen von Västtrafik, z.B. im Hauptbahnhof
oder auf dem Drottningtorget davor. Hier gilt es übrigens,
sich mit einer weiteren schwedischen Eigenart vertraut zu machen:
Dem Wartemarkenziehen. Überall in solchen größeren
Verkaufsstellen und Kundenzentren muss man eine Nummer ziehen,
die dann nach meist kurzer Wartezeit aufgerufen bzw. angezeigt
wird. |
|
|
|
|
|
Die
Fahrzeuge
2006 sind drei Fahrzeugtypen im Fahrgastbetrieb anzutreffen:
Die vierachsigen, fußpedalgesteuerten Großraumtriebwagen
der Typen M28 (Baujahr 1965 von ASEA/ABB, Nummern 701-770) und
M29 (Baujahr 1969 von Hägglund, Nummern 801-860), sowie
die ab etwa 1998 aus sechsachsigen Gelenkwagen M21 mit Niederflurmittelteil
verlängerten Wagen des Typs M31 (Baujahre 1984-1992 von
ASEA, Nummern 200-279). Alle Wagen verfügen über Druckluftausrüstungen.
Obwohl die Umstellung auf Rechtsverkehr erst am 3.9.1967 erfolgte,
wurden die M28 schon für Rechtsverkehr gebaut. Sie liefen
bis dahin rückwärts hinter den fast baugleichen, aber
von 1958 stammenden M25 (Foto s.u.). Da sie zur ihrer Bauzeit
bereits erste moderne elektronische Bauteile besaßen,
tragen sie auch seitdem den Spitznamen Elektronvagn.
|
|
|
|
|
|
Bild 27: Von rechts: M28 722 mit der ursprünglichen
Türausführung auf Fahrschulfahrt an der Eketrägatan,
19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 28: Von links: M28 713+721, ebenfalls auf dem Wawrinskys
Plats, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Tryck upp dörren själv
- Drück' die Tür selbst auf, so lautet
eine Aufforderung, die für eine, wenn nicht gar die
Besonderheit der meisten Göteborger Straßenbahnwagen
steht: Bei den Wagen der Type M28 wird nur die Vordertür
elektrisch per Knopfdruck betätigt, die Mittel- und Hecktür
muss der Fahrgast nach Freigabe durch den Fahrer von innen per
Hand gegen einen Federdruck aufdrücken, bzw. von außen
an einem kleinen Griff aufziehen. Die Türflügel fallen
nach dem Loslassen sofort wieder zu und brauchen vor der Weiterfahrt
nur noch verriegelt werden. Beim M29 funktioniert immerhin die
schmale Hecktür ebenfalls elektrisch, nicht aber die Mitteltür.
Allerdings sind viele Wagen beider Baureihen umgebaut worden
und haben dabei eine elektrische Außenschwenktür
in der Mitte erhalten.
|
|
|
|
|
|
Bild 29: M29 860+847 am Sannaplan, beide sind mit neuen
Mitteltüren versehen. 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
Auch wenn es geringe technische
Unterschiede zwischen den Typen M28 und M29 gibt, so ist äußerlich
nur an der Nummer zu erkennen, um welchen Fahrzeugtyp es sich
handelt. Beide Wagentypen sind untereinander frei kuppelbar.
Weiterhin charakteristisch ist die Tatsache, dass es keine Haltewunschtaster
im Innenraum gibt. Vielmehr verläuft über den Fenstern
ein Drahtseil, an dem der Fahrgast ziehen muss, um seinen Haltewunsch
kundzutun. Letztere Technik wird auch bei den Gelenkwagen mit
Niederflurmittelteil angewendet.
|
|
|
Bild 30: Auf dem Weg nach Saltholmen: M31 358 im alten
Lackierungsschema, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 31: M31 314 in der neuen Farbgebung kommt in Saltholmen
an, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Es ist nicht schwer zu erraten,
warum diese Wagen den Spitznamen Container erhalten
haben. Die neuen kommen - irgendwann...
Eigentlich sollten bereits 40 Sirio-Niederflurtriebwagen Typs
M32 aus dem Hause Breda für eine Ablösung der Wagen
des Typs M28 gesorgt haben. Wie bereits in Boston und Oslo ist
AnsaldoBreda aber offenbar mit der (betriebsbereiten) Ablieferung
seiner Wagen überfordert. So war im Fahrgasteinsatz keiner
der neuen Wagen zu beobachten, lediglich auf einer Probefahrt
wurde Tw 403 gesichtet.
|
|
|
|
|
|
Bild 32: M32 403 am Wawrinskys Plats
|
|
|
|
|
|
Noch ein Wort zur Farbgebung
der Göteborger Straßenbahnen: Die Farbkombination
der früheren Jahre war blau unterhalb der Fenster und weiß
oberhalb der Fensterbrüstung. Der weiße Farbton wich
später einem hellen Beige. Für die Wagen der Schnellstraßenbahn
nach Angered wurde eine neue Farbgebung entwickelt, die aus
einem großteils hellgraublauen Wagenkasten mit dunkelblauem
Streifen und kobaltblauer Schürze und Türen bestand.
Diese Farbgebung wurde später bei Neulackierungen ausschließlich
angewendet. Seit einigen Jahren erhalten alle neulackierten
Fahrzeuge wieder die Farbgebung blau-beige, die ihnen auch gut
zu Gesicht steht. Auch die neuen Wagen werden so lackiert.
Die Straßenbahnlinien sind nicht nur nummeriert, sondern
auch farblich codiert, so ist z.B. die Linie 11 eine weiße
Ziffer auf schwarzem Grund, die 10 hingegen besitzt dunkelblaue
Ziffern auf hellgrünem Grund.
|
|
|
|
|
|
Bild 33, Bild 34: Göteborger Straßenbahnen haben
Charakterköpfe: links M31 314 in Saltholmen, rechts M29
843 auf dem Drottningtorget, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bis auf wenige Ausnahmen tragen
die Straßenbahnen Namen bekannter Göteborger. In
dem jeweiligen Wagen hängt ein kleines Schild, welches
über die Person informiert, unter deren Namen man da durch
die Stadt fährt.
Die Straßenbahnwagen sind in zwei Betriebshöfen (vagnhallen)
untergebracht, im Betriebshof Majorna an der Älvsborgsgatan
und im Betriebshof Gårda am Rantorget. Letzteres Depot
und Hauptwerkstatt wurde in den 80er Jahren gegenüber des
alten Betriebshofs Gårda völlig neu errichtet; fast
die gesamten Gleisanlagen sind in der Halle gut versteckt,
was auch dem Lärmschutz dient. Der alte Betriebshof dient
als Unterkunft für die historischen Fahrzeuge, aber auch
teilweise als Reifenwerkstatt.
|
|
|
|
|
|
Museumswagen
Göteborgs Straßenbahn betreut zusammen mit dem Verein
Spårvägsselskapet Ringlinien eine beeindruckende
Sammlung historischer 29 Straßenbahnen von 1902 bis 1960
und 8 Busse, darunter 1 Obus. 14 Trieb- und Beiwagen, sowie
2 Busse sind betriebsfähig und können gemietet werden.
Sie verkehren aber auch regelmäßig im öffentlichen
Betrieb, und zwar auf der Lisebergslinjen, der Linie 12 vom
Hauptbahnhof zum Vergnügungspark Liseberg, welche Samstags,
im Sommer sogar täglich nach Fahrplan verkehrt.
|
|
|
|
|
|
Bild 35 und 36: Der modernste Museumswagen ist M25 Nr.
621, gebaut 1958 von Hägglund; er war bis Mitte der 90er
Jahre im Dienst. Hier fährt er auf Fahrschulfahrt am
Drottningtorget entlang. Dieser Wagen wurde noch für
Linksverkehr gebaut nach 1967 auf Rechtsverkehr umgebaut.
|
|
|
|
|
|
Zum Abschluss noch ein paar
Bilder |
|
|
|
|
|
Bild 37 und 38: M31 am Mariatorget und auf der Södra
Hamngatan, 19.06.2006
|
|
|
|
|
|
Bild 39: M28 auf der Mariagatan, 20.06.2006
|
|
|
|
|
|
|
|