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Reisebericht Stockholm
(September 2005) |
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Lidingöbanan
(Ropsten - Gåshaga brygga) |
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Bild 17: Paß' auf Züge auf, mahnt
das Schild in Larsberg. Aufpassen müssen die Lidingöer
wirklich, und zwar darauf, dass niemand ihnen ihre Bahn wegnimmt,
denn die Zukunft ist noch etwas unklar.
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Bild 18: In Ropsten ist heute Endstation der Lidingöbana.
Oben die Tunnelbana.
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Zur Geschichte |
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Am Endpunkt Ropsten der Tunnelbana
(Röda Linjen) beginnt heute die Lidingöbana. Diese
Eisenbahn durchquert den Südlichen Teil Lidingös
und wird mit Straßenbahngarnituren aus Triebwagen A30
und Steuerwagen B30 betrieben. Wie das "ö" im
Namen Lindingö schon sagt, ist diese eigenständige
Kommune eine Insel. Eine Zeit lang gab es zwei Bahngesellschaften
auf Lidingö; beide Gesellschaften arbeiteten eng zusammen
und hatten ab 1917 gleiches Wagenmaterial, welches auch untereinander
ausgetauscht wurde.
Die LiB (Lidingö Trafik AB)
Am 29.10.1907 nahm die erste Straßenbahn auf Lidingö
ihren Betrieb zwischen Sommarbo und Hersbyholm auf. Von 1909
bis 1914 gab es eine Straßenbahnfähre, und die Bahnen
verkehrten durchgehend bis nach Stockholm, bis der Fährverkehr
endgültig als zu umständlich angesehen wurde. Bis
1917 verkehrten gemietete Stockholmer Straßenbahnwagen
auf dieser Linie, dann wurden sie zumindest teilweise durch
Neubauvierachser abgelöst.
Die Stockholm-Södra Lidingöns Järnväg
(SSLidJ)
ist, wie der Name schon sagt, eigentlich eine Eisenbahn.
Die erste Bahn auf der südlichen Lidingöbana fuhr
am 29.1.1914 auf dem Abschnitt Herserud - Parkvägen. Am
6.7.1914 wurde Brevik, am 1.6.1916 Gåshaga erreicht.
Am 23.5.1925 wurde die heutige alte Lidingöbrücke
eingeweiht und damit der Verkehr zum Humlegården eröffnet.
Durch zwei Brücken ist Lidingö mit Stockholm verbunden:
Die alte Lidingöbrücke, auf der heute neben Fußgängern
nur die Lidingöbana Platz findet, und die neue Lidingöbrücke,
die eine Schnellstraße trägt und in den Siebzigern
errichtet wurde. |
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Bild 19: Alte und neue Lidingöbron auf einen Blick
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Bis zum 2.9.1967 fuhr die Lidingöbana
über Ropsten hinaus bis ins Zentrum Stockholms zum Humlegården.
Aber mit Umstellung Schwedens auf Rechtsverkehr wurde nicht
nur das gesamte Stockholmer Straßenbahnnetz mit Ausnahme
der Nockebybana stillgelegt, sondern auch die Lidingöbana
bis Ropsten zurückgezogen. Damit waren die beiden Linien
auf Lidingö zwei von drei Straßenbahn- (oder zumindest
straßenbahnähnlichen) Linien Stockholms:
Linie 12: Alvik - Nockeby (Nockebybanan)
Linie 20: Ropsten - Kyrkviken (LiB)
Linie 21: Ropsten - Gåshaga (SSLidJ)
Früher teilte sich die Ligingöbanan direkt am Ufer
Lidingös in einen Süd- und einen Nordast, aber die
Nordstrecke nach Kyrkviken wurde, offiziell wegen der Bauarbeiten
zur neuen Lidingöbrücke, am 12.7.1971 stillgelegt.
1975 wurde die Liniennummer 21 der verbliebenen Südstrecke
auf 221 geändert.
1978 wurde der Güterverkehr, der mit zweiachsigen Elektro-/Akkuloks
mit Mittelführerstand abgewickelt wurde, aufgegeben.
1989 wurde statt der 221 wieder die traditionelle Linienbezeichnung
21 eingeführt.
Am 23.8.2000 wurde die Haltestelle Parkvägen aufgehoben,
dafür die günstiger gelegene Haltestelle Skärsätra
mit Ausweiche neugebaut und am 30.10.2000 eingeweiht. Am 7.5.2001
wurde die Bahn von Gåshaga nach Gåshaga brygga um
einige hundert Meter verlängert, um einen direkten Umstieg
auf die (Ausflugs-) Fähren in den Skärgården
anzubieten.
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Bild 20: Die Endstation Gåshaga brygga. Hoffentlich
ist die Zeigerstellung der Uhr nicht symptomatisch für
die Situation der Lidingöbana!
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Ein großer Teil der Lidingöbanan
ist eingleisig mit Ausweichen angelegt. Nur die Teilstrecke
Baggeby - AGA ist zweigleisig. Die Höchstgeschwindigkeit
beträgt 70 Stundenkilometer. Gleise und Fahrleitung sind
in einem guten bis hervorragenden Zustand. So wird die selbstnachspannende
Hochkettenfahrleitung beispielsweise fast ausnahmslos von modernen,
feuerverzinkten Stahlmasten getragen. Straßenübergänge
sind mit automatischen Blinkzeichenanlagen und Schranken ausgestattet.
Die gesamte Strecke ist signalüberwacht und mit Indusi
ausgestattet. An vielen Haltestellen stehen noch die hölzernen
Wartehallen (manche mit Kiosk) aus der Anfangszeit. |
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Bild 21: In Ropsten ist heute Endstation der Lidingöbana
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Bild 22: Kurz nach Verlassen der Endstelle in Ropsten fährt
die Bahn auf die Lidingöbron.
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Bild 23: Nachdem die Brücke verlassen ist ...
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Bild 24: ... fährt die Bahn ...
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Bild 25: ... in die Station Torsvik ein.
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Bild 26: Nur wenig Raum bleibt der Bahn zwischen Wasser
und Fels.
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Bild 27: Bei Bodal scheint die Stadt weit weg zu sein.
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Bild 28: In Larsberg wird noch einmal kurz gehalten, ...
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Bild 29: ...bevor nach rasanter Talfahrt AGA erreicht wird.
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Betriebshof und Werkstatt befinden
sich an der Station AGA. Auch die Betriebsführung hat dort
ihren Sitz. Reparaturen und sogar Hauptuntersuchungen erledigt
die Werkstatt selbst, nur große Reparaturen und Umbaumaßnahmen
führt die Hauptwerkstatt der SL in Hammarby aus. Auch der
Museumswagen 17 (A24) in seiner alten rotbraunen Lackierung
steht hier. |
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Bild 30: Triebwagen mit allen möglichen Fahrtzielen
in der Wagenhalle AGA
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Bild 31: Werkstatt AGA. Tw 318 vorübergehend unten
ohne. Tw 316 hat's schon hinter sich und rollt bereits
schnurstracks aus der Halle.
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>> Bild wird nachgereicht <<
Bild 32: Ein Zug fährt aus AGA Richtung Ropsten aus.
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Bild 33: In der Station Brevik ...
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Bild 34: ... finden Zugkreuzungen planmäßig
statt
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Über die Geschichte informieren
an den gepflegten Häuschen angeschraubte Täfelchen.
An mindestens zwei Wartehäuschen waren Maler mit Anstricharbeiten
beschäftigt.
Obwohl die Wagen mit Haltewunsch- und Türöffnungsknöpfen
ausgestattet sind, fährt auf allen Zügen ein Pendelschaffner
mit.
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Bild 35: Gåshaga war bis 2001 Endstelle der Lidingöbanan
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Bild 36: Heute geht es ein paar hundert Meter weiter bis
Gåshaga brygga, wo sich gleich hinter dem Prellbock
...
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Bild 37: ... ein herrlicher Blick in den Skärgården
öffnet. Auch Schiffstouren beginnen im Sommer hier.
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Die Lidingöbrücke |
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Bild 38: Überfahrt über die alte Lidingöbron
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Eine schwierige Rolle in Geschichte
und besonders der Zukunft dieser Bahn spielt die alte Lidingöbrücke
selbst. Sie ist die Überlebensgarantie dieser Bahn, denn
am stockholmseitigen Ende der Brücke liegt der Endpunkt
Ropsten und mit ihm der Umsteigepunkt zur Tunnelbana. Ohne diese
Verknüpfung ist ein Betrieb der Lidingöbana für
den öffentlichen Personenverkehr sinnlos. Fährt man
in Ropsten ab, so fährt die Bahn schon nach wenigen Metern
auf die Brücke, die für eine kurze Strecke aus einer
flachen Gitterkonstruktion mit obenliegender Fahrbahn besteht.
Dann folgt ein Brückenteil, das bis etwa 2003 für
die Schiffahrt nach oben geklappt werden konnte. Das ist heute
wegen des schlechten Bauzustands der Brücke nicht mehr
möglich. Dem Klappsegment folgt die Hauptöffnung,
die aus einer etwa 100m langen Gitterbogenkonstruktion besteht.
Ihr folgt noch eine etwa dreimal so lange, flache Gitterkonstruktion
mit obenliegender Fahrbahn. Dieser Brückenteil gabelt sich
ca. 70m vor dem Ufer Y-förmig. Genau hier teilte sich die
Lidingöbana früher, wie erwähnt, in Nord- und
Südstrecke. Hier befindet sich auch ein hölzernes
achteckiges Wartehäuschen auf der Brücke. Heute führt
nach links allein der Fuß- und Radweg, nach rechts ausschließlich
die Bahn. Bemerkenswert ist, dass die Stelle, an der sich die
Brücke gabelt, nicht auf einem der Brückenpfeiler
liegt, sondern völlig frei über dem Wasser schwebt. |
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Bild 39: Noch auf der Brücke gabelte sich früher
die Strecke in den Nord- und den Südast. Heute fährt
die Bahn allein Richtung Süden, und der nach Norden führende
Abzweig ist Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.
Genau an dieser Stelle gab es auch eine Haltestelle, die Station
Brogrenen, deren Wartehäuschen noch immer vorhanden ist.
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Auch wenn die Brücke heute
größtenteils nur noch eingleisig befahren wird und
sie nicht mehr durch den Kraftverkehr belastet ist, so entwickelt
sich die Konstruktion zunehmend zum Problem: Aus Kostengründen
wurden beim Bau zwei verschiedene Stahlqualitäten verbaut,
und längst nicht in allen Bereichen ist heute noch nachzuvollziehen,
was wo eingebaut wurde. Dazu kommen Korrosionserscheinungen.
Die Bahnbetriebsleitung geht noch von einer Nutzungszeit von
zehn Jahren aus, und auch das nur mit Verstärkungsmaßnahmen.
Spätestens dann muss ein Neubau her. Und hier genau liegt
das Problem: Stockholm hat nach eigenen Angaben nur wenig verkehrlichen
Nutzen von der Brücke und möchte nichts bezahlen.
Die Kommune Lindingö möchte zwar weiter Bahn fahren,
aber nichts bezahlen. Und SL/Connex möchte gern weiter
die Bahn betreiben, kann aber keine Brücke bezahlen. |
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Die Fahrzeuge |
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LiB
Die LiB fuhr zunächst mit von der Stockholmer Straßenbahn
angemieteten Wagen. 1916 hat die LiB dann ihre ersten eigenen
Wagen beschafft: Tw 1-2 und Bw 20-21, 1918 kam noch Tw 3 hinzu,
der aus Bw 21 umgebaut wurde. Die Wagen waren baugleich mit
den ab 1913 beschafften Wagen der SSLidJ.
1925, zur Eröffnung der Lidingöbrücke, wurden
noch einmal zwei Triebwagen (Tw 4-5) und drei Beiwagen (Bw 21-23)
gekauft, diese waren baugleich mit den A12 der Stockholmer Straßenbahn,
der Wagenkasten war jedoch aus Holz. Die jüngste Wagengeneration
wird bei der SSLidJ beschrieben.
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SSLidJ
1913-1917 hat die südliche Bahn ihre ersten Wagen erhalten:
Schwere Holzkasten-Vierachser der Nummern 1-10. Auch sechs entsprechende
Beiwagen (Bw21-26) wurden erworben.
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Die Ängbywagen |
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Bild 40: Ein Zweiwagenzug aus umgebauten Ängbywagen
(heute Typ A30/B30) in Torsvik.
Seit sechzig Jahren beherrscht dieser Wagentyp die Lidingöbanan.
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Für ihre neue Vorortstraßenbahnlinie
nach Ängby (Linie 11) beschaffte die Stockholmer Straßenbahn
ab 1944 damals hochmoderne vierachsige Triebwagen mit Mitteleinstieg
des Typs A23 (Aluminiumkarosserie, sechs Stück), später
des Typs A24 (Stahlkarosserie, 28 Stück). Auch passende
Beiwagen B23 (sechs Stück) und B24 (16 Stück) wurden
gekauft. Wegen seiner ersten Einsatzstrecke hieß dieser
Wagentyp Ängbyvagn. Bei den Bahngesellschaften
Lidingös fand dieser Wagentyp Gefallen, und so bestellten
auch sie ab 1945-1952 diese Wagen, allerdings wurden die Beiwagen
als Steuerwagen ausgeführt. Auch zehn der städtischen
Beiwagen wurden später in Steuerwagen umgebaut.
Am 19.9.1949 brannte in AGA die östlich der Bahnstrecke
gelegene, alte hölzerne Depothalle vollständig ab.
Erst kurz zuvor hatte man die dort seit Eröffnung stationierte,
nächtliche Brandwache eingespart. Bei diesem Unglück
wurden neben den alten Wagen 1, 3, 10 und 24 auch die noch neuen
Ängbywagen 11, 12, 14 - 16, 28 - 31 sowie die LiB-Wagen
26 und 27 total zerstört. Dabei waren die Wagen 30 und
31 erst in jenem Jahr geliefert worden, die LiB-Wagen waren
sogar gerade erst abgeladen worden und sind nicht einmal gefahren.
Daraufhin wurden einige Wagen als Ersatz nachbestellt.
Nach der Umstellung der Vorortstraßenbahnlinien auf U-Bahn-Betrieb
wurden bis 1964 die städtischen Ängbyvagnar
der Typen A24 und B24 auf die Nockebybana und die LiB und SSLidJ
umgesetzt. Nach Stillegung der Nordstrecke auf Lidingö
wurden die LiB-Wagen bei der SSLidJ unter ihrer alten Nummer
weiterverwendet.
Dort wurden sie im Laufe der Jahre mehrmals modernisiert und
umgebaut, auch alle restlichen Beiwagen wurden zu Steuerwagen
ertüchtigt. Als Betriebsbremse dient die Generatorische
Bremse, als Bremse in den Steuerwagen und als Feststellbremse
eine Druckluftbremse. Wird der Triebwagen elektrisch gebremst,
so bremst der Steuerwagen automatisch mit Druckluft mit. Nach
einigen Ausmusterungen sind aber nicht mehr alle ursprünglich
gelieferten Fahrzeuge vorhanden. Die noch vorhandenen sind 1983
bis 1994 umfassend zum Typ A30, bzw. B30 modernisiert. Dabei
wurde der Führerstand etwas vergrößert, ein
neuer Fahrersitz eingebaut, eine Geamatic-Steuerung anstelle
des alten Kurbelfahrschalters montiert und Einrichtungen für
den Einmannbetrieb eingebaut.
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Bild 41: Fahrerraum eines A30 / B30: Ganz rechts der Sollwertgeber,
in der Mitte der Steuerhebel für die Druckluftbremse.
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Im Fahrgastraum wurden die Sitze
neu bezogen, die holzfarbenen Innenverkleidungen durch blaue
ersetzt. Die alten Falttüren wurden durch druckluftbetätigte
Außenschwenktüren ersetzt. Die braune Farbgebung
wich einem Blau mit weißem Zierstreifen. Die Wagen der
Lidingöbana erhielten zusätzlich Türöffnungstaster.
Am sehr engen Sitzabstand konnte man hingegen nichts ändern,
da sich unter den Sitzen teilweise Luftansaugkanäle für
die Motorbelüftung befinden. |
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Bild 42: Blick ins Heck des Steuerwagens 610.
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Insgesamt erhielten 23 Trieb-
und elf Steuerwagen diese Verjüngungskur.
Davon verfügt die Lidingöbana heute über fünfzehn
Triebwagen A30 und fünf Steuerwagen B30. Diese werden tagsüber,
wenn 20-Minuten-Takt herrscht, in drei Zweiwagengarnituren eingesetzt.
In der Hauptverkehrszeit wird ein 10-Minuten-Intervall gefahren.
Da eine Dichtere Taktfolge wegen der eingleisigen Streckenabschnitte
nicht möglich ist, werden die Zweiwagenzüge um je
einen Triebwagen verstärkt und zwei weitere Dreiwagenzüge
auf die Strecke geschickt.
Mit einem Alter von wenigstens 53 Jahren sind sie eigentlich,
trotz schwedischer, sehr robuster Bauweise und der erwähnten
Modernisierungen längst am Ende ihrer wirtschaftlich vertretbaren
Nutzungsdauer angekommen. Im Gegensatz zur Nockebybana (dort
werden nur 50km/h gefahren) sind die Getriebe sehr laut geworden,
und wir haben es wirklich bedauert, kein Tonbandgerät mitgenommen
zu haben, denn innen wie außen ist die Geräuschkulisse
für Fans absolut beeindruckend: Ein lautes Brummen steigert
sich zu einem noch lauterem, satten Heulen, in bestimmten Schwingungsbereichen
durch ein kräftiges Scheppern untermalt. Einzelne Wagen
sind zwar leiser, einer dieser Triebwagen fiel uns aber durch
starkes Schlingern und Schaukeln auf. Die Fahrzeiten fordern
die Fahrzeuge nach wie vor uneingeschränkt. Trotzdem scheinen
sie jedoch immer noch sehr zuverlässig zu sein, und sie
könnten bei der guten Pflege, die ihnen zuteil wird, aus
rein technischer Sicht bestimmt noch lange weiter über
die Insel heulen. Doch wirtschaftlich ist das sicher nicht.
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Tabelle: |
Die Personenfahrzeuge der Bahnen auf Lidingö.
Alle Fahrzeuge sind vierachsige Zweirichtungswagen |
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LiB |
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Baujahr |
Hersteller |
Anm. |
Triebwagen |
1, 2 |
1916 |
ASEA |
baugleich mit SSLidJ 1-10, ausgemustert |
3 |
1918 |
ASEA |
ex Bw21, a |
4, 5 |
1925 |
Kalmar/AEG |
ausgemustert |
6 - 9 |
1945 |
ASJ/ASEA |
1971 = SSLidJ 6 - 9; 6, 8 um 1990 = A30 320, 321; 9
um 1990 = A30 310; 7 = a |
10 - 12 |
1949 |
ASJ/ASEA |
1971 = SSLidJ 10 - 12; 10 um 1990 = A30 306; 11 um 1990
= A30 309; 12 = a |
48, 49 |
1944 |
ASEA |
es SS 388, 384; 1971 = SSLidJ 48, 49; 49 um 1990 = A30
307; 48 = a |
Bei-/Steuerwagen |
20, 21 |
1916 |
ASEA |
ausgemustert, 21 u 1918 in Tw 3 |
21 - 23 |
1925 |
Kalmar |
ausgemustert |
24, 25 |
1945 |
ASJ/ASEA |
1971 = SSLidJ 24, 25 |
26, 27 |
1949 |
ASJ/ASEA |
nie in Betrieb, 1949 in AGA durch Depotbrand zerstört |
34 - 36 |
1952 |
ASJ/ASEA |
1971 = SSLidJ 34 - 36; 34 = Museumswagen, 36 um 1990
= B30 611 |
37 - 39 |
1946 |
ASJ/ASEA |
1954-56 ex SS 648 - 650; 1971 = SSLidJ 37 - 39; 37 um
1990 = B30 605 |
|
SSLidJ |
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Baujahr |
Hersteller |
Anm. |
Triebwagen |
1 - 10 |
1913 - 1917 |
ASEA |
1, 3, 10 1949 in AGA verbrannt, Rest später = a |
11 - 16 |
1945 |
ASJ/ASEA |
11, 12, 14-16 1949 in AGA verbrannt; 13 um 1990 = A30
308 |
14II - 16II |
1952 |
Falun/ASEA |
Ersatz für 1949 zerstörte Wagen; 15II
um 1990 = A30 319, Rest = a |
17 - 19 |
1949 |
Falun/ASEA |
17 = Museumswagen AGA |
20, 21 |
1952 |
ASJ/ASEA |
um 1990 = A30 324, 322 |
42 |
1944 |
ASEA |
1963 ex SS 369; a |
43 - 47 |
1944 |
ASJ/ASEA |
1959 - 1963 es SS 386, 380 - 383; 47, 46 um 1990 = A30
302, 303; Rest = a |
Bei-/Steuerwagen |
21 - 26 |
1913 - 1916 |
ASEA |
24 1949 in AGA verbrannt, Rest später = a |
27 |
1945 |
ASJ/ASEA |
a |
28, 29 |
1946 |
ASJ/ASEA |
1949 in AGA verbrannt |
30, 31 |
1949 |
ASJ/ASEA |
1949 in AGA verbrannt |
28II, 29II |
1951 |
ASJ/ASEA |
Ersatz für zerstörte Wagen, um 1990 = B30
612, 603 |
30II, 31II |
1944 |
ASJ/ASEA |
1949 ex SS 630, 631; Ersatz für zerstörte
Wagen; 31II um 1990 = B30 606; 30II
= a |
32, 33 |
1952 |
ASJ/ASEA |
um 1990 = B30 601, 613 |
38 - 40 |
1946 |
ASJ/ASEA |
1954-85 ex SS 649, 650, 646; 40 um 1990 = B30 610; Rest
= a |
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Tabelle: Heutiger Wagenpark
A30 / B30 |
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Baujahr |
Hersteller |
Anm. |
Triebwagen |
311 - 313 |
1944 |
ASEA |
ex SS 368, 372, 371 |
314 |
1944 |
ASJ/ASEA |
ex SS 389 |
315, 316 |
1944 |
ASEA |
ex SS 374, 376 |
317 |
1944 |
ASJ/ASEA |
ex SS 387 + 652 (B24) |
318 |
1944 |
ASEA |
ex SS 379 |
319 |
1952 |
Falun/ASEA |
ex SSLidJ 15 |
320, 321 |
1945 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 6, 8; 1971 ex LiB 6, 8 |
322 |
1952 |
Falun/ASEA |
ex SSLidJ 21 |
323 |
1949 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 18 |
324 |
1951 |
Falun/ASEA |
ex SSLidJ 20 |
Steuerwagen |
608, 609 |
1944 |
ASJ/ASEA |
ex SS 647, 634 |
610 |
1946 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 40 |
611 |
1952 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 36; 1971 ex LiB 36 |
612 |
1951 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 28 |
613 |
1952 |
ASJ/ASEA |
ex SSLidJ 33 |
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Und die Zukunft?
Alles hängt - wie immer - am Geld. Und klar ist nur, dass
sich die Lidingöbana verändern wird. Ganz klar ist
aber auch, dass nicht klar ist, wie diese Veränderung aussehen
wird.
Es wäre komplett widersinnig, diese hervorragend unterhaltene
Strecke stillzulegen. Ein Betrieb ohne Lidingöbrücke,
also ohne Verbindung zur Tunnelbana aber ist nicht lebensfähig.
Und bisher weigern sich alle standhaft, Finanzmittel für
einen Brückenneubau bereitzustellen.
Andererseits ist ein Busverkehr zum Ersatz der Bahn ohne einen
umfangreichen Ausbau der betreffenden Straßen nicht durchführbar,
und auch diese Maßnahme kostet viel Geld.
Denkbar wäre eine neue Brücke, die zwecks Anschluß
an die bestehende Bahn auf bisheriger Höhe am Ufer Lidingös
beginnt und dann ansteigt, bis sie am Stockholmer Ufer die Höhe
der Straßenbrücke erreicht, um die Schiffsdurchfahrt
wieder zu ermöglichen. Das hätte auch den Vorteil,
dass niveaugleiches Umsteigen zur Tunnelbana möglich würde.
Ebenfalls denkbar wäre die Verlegung eines Gleises auf
der neuen Lidingöbrücke. Das hätte aber zur Folge,
dass der auf Lidingö sich direkt anschließende Streckenabschnitt
neugebaut werden müsste, da von der hohen Brücke die
bestehende Trasse am Ufer des Lilla Värtan nicht erreichbar
ist. Man hätte dann allerdings auch die Chance, das Ortszentrum
von Lidingö mit zu erschließen, was bisher wegen
der Randlage der Bahn nicht erfolgt.
Auch neue Fahrzeuge wären im Interesse der Attraktivität
des Angebots zu beschaffen; vielleicht ist eine gemeinsame Bestellung
für Lidingö- und Nockebybana möglich?
Gerade, als wir in Stockholm waren, wurden in den Medien (In
diesem Fall das Fernsehen) Pläne diskutiert, analog der
Tvärbana im Süden eine Verbindung der Tunnelbanelinien
nördlich des Stadtzentrums zu schaffen. Hierbei steht derzeit
die Frage im Raum, ob eine Straßenbahn oder eine Tunnelbana
gebaut werden soll. Allerdings ist in Programmen einzelner Parteien
in Stockholm, wie auch auf Lidingö nachzulesen, dass das
ganze als Straßenbahn zu bauen und mit der Lidingöbana
zu verbinden sei. Ob es aber zur Verwirklichung dieses Projekts
kommen wird, ist noch unklar.
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Bild 43: Tw 322 und Stw 611 bei der Ankunft in Ropsten.
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Siehe auch: Kartenmaterial
über die Tunnelbana. |
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